Die Oberflächenbehandlung spielt eine entscheidende Rolle bei der Verbesserung der Funktionalität von Bauteiloberflächen. Da verschiedene Oberflächenbehandlungen durch unterschiedliche Mechanismen wirken, verschiedene Funktionen erfüllen und unterschiedliche Eigenschaften aufweisen, variiert auch ihr Anwendungszeitpunkt. Daher sind die korrekte Auswahl der geeigneten Oberflächenbehandlung und die rationale Planung des Behandlungsprozesses von großer Bedeutung, um das volle Potenzial und die Vorteile der Behandlung auszuschöpfen.
Wie wählt man die richtige Oberflächenbehandlung aus?
Die Wahl eines Oberflächenbehandlung Bei der Bearbeitung eines Bauteils geht es im Wesentlichen darum, eine bestimmte Funktion oder Leistung zu erreichen. Um optimale Ergebnisse zu gewährleisten, sollten Ingenieure bei der Auswahl einer Bearbeitungsmethode diese Kernprinzipien beachten.
Flexibilität
Im ersten Schritt gilt es zu prüfen, ob die gewählte Oberflächenbehandlung für die Betriebsbedingungen und funktionalen Anforderungen des Bauteils am besten geeignet ist. Eine gründliche Analyse der Arbeitsumgebung des Bauteils ist unerlässlich.
Ladebedingungen
Die Größe der Belastung beeinflusst das Schadenspotenzial, welches wiederum die notwendige Dicke der Verstärkungsschicht bestimmt.
Bei hohen Belastungen, die zu erheblichem Oberflächenverschleiß führen, sollten Verfahren gewählt werden, die eine dicke, verstärkte Schicht erzeugen, wie beispielsweise das thermische Spritzen. Die Art der Krafteinwirkung (z. B. Stoß, Reibung) bestimmt das Versagensverhalten und beeinflusst die Art der erforderlichen Verstärkung.
Bei wiederholt wechselnden Belastungen, die zu Ermüdungsschäden führen, sollten Verstärkungsverfahren gewählt werden, die ein feines Mikrogefüge und minimale Zugspannungen erzeugen, wie beispielsweise thermisches Spritzen. Dicke Beschichtungsverfahren wie Hartverchromung sind in diesen Fällen zu vermeiden.
Die Relativgeschwindigkeit beeinflusst häufig die Art des Verschleißes. Handelt es sich um abrasiven Verschleiß durch harte Partikel, kommen Verfahren wie thermisches Spritzen oder Hartverchromen infrage. Bei reinem Reibungsverschleiß bieten sich Verfahren wie Verzinken, Verkupfen oder … an. Vernickelung kann angemessen sein.
Umweltbedingungen
Die Umgebung beeinflusst den Materialabbau.
Enthält das Medium harte Partikel, führt dies zu starkem abrasivem Verschleiß. Wählen Sie Behandlungen, die eine dicke, hochharte Schicht erzeugen, wie z. B. Hartverchromung. In Umgebungen mit starker Korrosion, die zu Erosionskorrosion oder Korrosionsermüdung führen kann, wählen Sie Werkstoffe mit hoher Beständigkeit. Für Meerwasser oder chloridhaltige Umgebungen verwenden Sie thermisches Spritzen von austenitischem Edelstahl oder Duplex-Edelstahl oder Kupferbeschichtung. Für saure/alkalische Medien verwenden Sie austenitischen Edelstahl oder Nickellegierungen.2 Medien enthaltend, berücksichtigen AluminiummaterialienZum allgemeinen Korrosionsschutz wird eine Verzinkung oder eine Verzinkung empfohlen. schwarzes Oxid kann genügen.
Temperaturbedingungen
Extreme Temperaturen dürfen nicht außer Acht gelassen werden, da sie zu Versagensmechanismen wie Oxidation oder thermischer Ermüdung führen können. Bedingungen, die Oberflächenoxidation, thermische Ermüdung oder eine verminderte thermische Stabilität verursachen, erfordern Werkstoffe wie martensitischen Edelstahl oder Kobaltbasislegierungen. Bedingungen, die die Duktilität und Zähigkeit des Werkstoffs verringern und zu Sprödigkeit führen, erfordern Werkstoffe wie austenitische Legierungen oder Nickelbasislegierungen.
Durchführbarkeit
Dieses Prinzip beurteilt, ob die gewählte Oberflächenbehandlung auf dem jeweiligen Bauteil effektiv und praktisch umgesetzt werden kann.
Das Grundmaterial des Bauteils und seine bisherige Verarbeitung dürfen mit der gewählten Behandlung nicht in Konflikt stehen. Beispielsweise sind Hochtemperaturverfahren wie das thermische Spritzen, bei dem die Oberfläche aufgeschmolzen wird, für Werkstoffe mit niedrigen Schmelzpunkten ungeeignet.
Wenn eine Behandlung eine Hochtemperatur-Spannungsarmglühung erfordert, diese Temperatur jedoch die Anlasstemperatur des Grundwerkstoffs erreicht oder überschreitet, verringert sich die Härte und Festigkeit des Bauteils. In diesem Fall sollte eine Behandlung gewählt werden, die geringe oder keine Eigenspannungen erzeugt und keine Hochtemperatur-Nachbehandlung erfordert.
Werkstoffe, die stark anfällig für Wasserstoffversprödung sind (solche mit hoher Härte oder Festigkeit), sollten keinen Prozessen unterzogen werden, bei denen Wasserstoff freigesetzt wird, wie z. B. Beizen oder bestimmte Beschichtungsverfahren, da dies zu Rissen führen kann.
Komplexe Teile mit tiefen Rillen, Schlitzen, Löchern oder scharfen Kanten sind nicht ideal für GalvanisierenDie Galvanisierung kann in diesen Bereichen zu ungleichmäßiger Schichtdicke und Graten führen, wodurch sich die Beschichtung ablösen kann. Dünnwandige oder leicht verformbare Teile sind den hohen Eigenspannungen und der Hitze bestimmter Behandlungsverfahren nicht gewachsen. Hier sind Niedrigtemperatur- und Niedrigeigenspannungsbehandlungen erforderlich.

Abgleichen
Ziel ist es, die Lebensdauer der behandelten Oberfläche an die erwartete Lebensdauer der gesamten Maschine oder Baugruppe anzupassen. Die Behandlung sollte dauerhaft sein, jedoch ohne Überdimensionierung.
Bei einer Maschinenlebensdauer von 10 Jahren sollte die Oberflächenbehandlung idealerweise ebenfalls 10 Jahre halten oder zumindest die Anzahl der Komponentenaustausche in diesem Zeitraum minimieren. Die Behandlung eines Bauteils über 15 Jahre in einem auf 10 Jahre ausgelegten System gilt als Überdimensionierung und Ressourcenverschwendung.
Dieses Konzept hilft dabei, die Wirksamkeit einer Behandlung zu quantifizieren.
ε = WH / WT
WH ist Verschleiß an dem Bauteil ohne Oberflächenbehandlung.T Der E-Wert beschreibt den Verschleiß des oberflächenbehandelten Bauteils. Ein höherer E-Wert deutet auf eine bessere Oberflächenbehandlung hin.
Ein höherer ε-Wert deutet auf eine bessere Oberflächenbehandlung hin. Wenn beispielsweise ein unbehandeltes Bauteil innerhalb von 50 Jahren fünfmal ausgetauscht werden muss, sollte die optimale Behandlung einen ε-Wert von mindestens 5 anstreben.
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Wirtschaftliche
Letztendlich gilt es, die geforderte Funktion zu möglichst geringen Kosten zu erreichen. Eine einfache Methode zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit ist:
Cq ≤ Cw · (Sq / Sw)
Cq sind die Kosten des oberflächenbearbeiteten Bauteils. Cw sind die Kosten der unbehandelten Komponente. Sq ist die Nutzungsdauer des behandelten Bauteils. Sw ist die Lebensdauer des unbehandelten Bauteils.
Durchführung der Oberflächenbehandlung
Sobald der Konstruktionsingenieur die geeignete Methode ermittelt hat, muss der Fertigungsingenieur den Prozess korrekt umsetzen, um seine Funktion zu maximieren.
Die Oberflächenbehandlung muss innerhalb der gesamten Fertigungsschritte korrekt eingeplant werden.
Dickere Beschichtungen wie thermisches Spritzen verursachen oft erhebliche Verformungen und erfordern eine Nachbehandlung mit Spannungsarmglühen und umfangreicher Nachbearbeitung. Sie sollten nach der Schruppbearbeitung durchgeführt werden.
Behandlungen, die ein Oberflächenschleifen erfordern, wie z. B. Hartmetall Verchromung, sollte nach der Halbfertigstellung terminiert werden.
Prozesse, die nur eine minimale oder gar keine Nachbearbeitung erfordern, wie z. B. stromloses Plattieren, Verzinken oder Hochenergie-Strahlbehandlungen, sollten nach der Endbearbeitung geplant werden.

Alle Oberflächenbehandlungen müssen nach der abschließenden Wärmebehandlung des Bauteils erfolgen. Eine anschließende Wärmebehandlung würde die Funktionalität der Oberflächenbehandlung beeinträchtigen.
Eine sachgemäße Oberflächenvorbehandlung ist für eine starke Haftung zwischen der Behandlungsschicht und dem Substrat unerlässlich. Die meisten Behandlungen erfordern eine glatte Oberfläche, einige, wie beispielsweise das thermische Spritzen, benötigen jedoch gezielt eine Oberflächenaufrauung, um die Haftung zu verbessern.
Bei manchen Materialien oder Behandlungen ist vor der Oberflächenbearbeitung eine Spannungsentlastung erforderlich, bei anderen nicht.
Ein korrektes Zuschlagsmaß ist entscheidend, insbesondere bei dicken oder hochpräzisen Bearbeitungen. Dieses Zuschlagsmaß muss die erforderliche Dicke der Verstärkungsschicht sowie die notwendige Nachbearbeitung/das Schleifen berücksichtigen. Bei Bauteilen wie Muttern und Schrauben kann ein falsches Zuschlagsmaß im Gewindebereich dazu führen, dass das Endprodukt die Maß- und Toleranzanforderungen nicht erfüllt.
Nachbearbeitungsschritte wie Spannungsarmglühen oder Dehydrieren sind nach bestimmten Prozessen oft erforderlich und müssen vom Fertigungsteam strikt geplant und durchgeführt werden.






